Erste Süßgräser blühen bereits in Österreich

Die nächste große Blühphase der Pollensaison steht laut Pollenwarndienst der MedUni Wien unmittelbar bevor: die Blüte der Gräser (es handelt sich um Süßgräser). Die Gräserpollenallergie ist die häufigste Pollenallergie: Rund 400 Millionen Menschen leiden in irgendeiner Form unter einer Allergie gegen Gräserpollen (Rhinitis) – mit den üblichen Symptomen wie Schnupfen, Husten und schweren Atemproblemen. Die Gräserpollensaison ist deswegen so besonders, weil sie aus der Blüte vieler verschiedener Gräserarten besteht, von denen nicht jeder Gräserpollenallergiker betroffen sein muss. Daher ist die Pollensaison auch so lange, in Österreich meist von Anfang Mai bis Anfang August.

Aktuell blühen auf den Wiesen das Ruchgras und das Wiesen-Fuchsschwanzgras. Beide Arten sorgen für keine kontinuierliche, weit verbreitete Pollenbelastung. Die Blühbereitschaft der ersten Gräser von hoher Relevanz für GräserpollenallergikerInnen steht aber kurz bevor: Das Wiesenrispengras und das Knäuelgras werden demnächst – im Laufe der nächsten Woche – zu blühen beginnen. Schon jetzt können einzelne Exemplare des Wiesenrispengrases an begünstigten Standorten blühen. Erste Belastungen sind bei sehr sensiblen AllergikerInnen schon abzusehen, warnt Katharina Bastl, gemeinsam mit allen ExpertInnen des Pollenwarndiensts der MedUni Wien.

Gräserpollen können Asthma auslösen

Gräserpollen gehören zu den häufigsten Auslösern von allergischen Symptomen vom Heuschnupfen bis hin zu Asthma. Zudem sind die sichtbaren Symptome nur „die Spitze des Eisberges“, denn in Wahrheit reagiert der gesamte Körper, sogar mit Blutbildveränderungen. Das erklärt die starke Müdigkeit und Leistungsschwäche der Betroffenen, sagt Erika Jensen-Jarolim vom Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung der MedUni Wien. AllergikerInnen, die sich mit Sport fit halten wollen, erleben gerade während der körperlichen Betätigung eine Verstärkung ihrer Symptome, die auch einen Asthmaanfall auslösen können. „Gräserpollen machen die Betroffenen krank und Umweltfaktoren verschärfen auch noch die Allergenität des Pollens.“

„Übrigens können auch unsere Haustiere, besonders Hunde und Pferde, an Gräserpollenallergien leiden“, ergänzt die Allergologin, die auch am interuniversitären Messerli-Forschungsinstitut affiliiert ist.

Das schafft bei Pollenallergie Erleichterung

Allergische Symptome können gemildert oder gar verhindert werden. Die rechtzeitige Diagnose beim allergologisch geschulten Facharzt kann helfen, bereits gewappnet in die anstehende Gräserpollensaison zu gehen. Was die Therapie betrifft, so können beispielsweise Antihistaminika in Tablettenform verschrieben werden. Außerdem kann auch jetzt noch eine Allergen-Immuntherapie gegen Gräserpollen angedacht werden, da man heute dazu übergegangen ist, auch knapp vor bis über die Saison zu impfen. Ein optimaler Erfolg stellt sich jedoch erst nach einiger Zeit ein. Prinzipiell ist es allerdings besser die Immuntherapie im Herbst zu planen. Bei Einhaltung des Impfschemas kann die Pollensaison des darauffolgenden Jahres mit einer bis zu 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit wesentlich erträglicher ausfallen.

Zusätzlich zur medikamentösen oder vorbeugenden Therapie kann man sich den Alltag auch erleichtern, indem man ein paar Dinge beachtet. Wichtig ist es zum Beispiel, dass man über den Tag getragene Kleidung nicht ins Schlafzimmer mitnimmt, um so zu verhindern, dass die Pollen sich auch in der Bettwäsche festsetzen können. Auch das richtige Lüften ist ein wesentlicher Faktor, um die Pollenbelastung in der Wohnung möglichst gering zu halten.

 

(ots 27.4.2018)